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...unser neuer Pfarrer Martin Rehner

Kaufbeuren (kdt) | 08.02.2011www.all-in.de

Vorfreude auf das Neue

Pfarrer Martin Rehner verlässt die Dreifaltigkeitskirche

Als Pfarrer Martin Rehner zum Ende der offiziellen Grußworte zu seiner Verabschiedung noch einmal das Wort ergriff, war ihm seine Gefühlslage deutlich anzumerken. Mit bewegenden Worten verabschiedete er sich von Kaufbeuren und seiner Gemeinde in der Dreifaltigkeitskirche. Nein, er ginge nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, meinte er. «Ich habe schon lange keine Tränen mehr», sagte Rehner und spielte damit auf die persönlichen Schicksalsschläge an, die ihn während seiner Amtszeit in Kaufbeuren trafen. Er habe Vieles in seiner Amtszeit nicht auf die Reihe gebracht, nun freue er sich aber auf das Neue. Das Neue ist die evangelische Kirchengemeinde im nordschwäbischen Aufhausen im Dekanat Nördlingen.

Rehner dankte besonders der Gemeinde, dem Kirchenvorstand und den Kollegen, «dass sie mich nicht haben fallen lassen, als es mir schlecht ging». Den Grußworten vorangegangen war ein Abendgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, mit dem ihn die Gemeinde, deren Pfarrer der gebürtige Siebenbürger elf Jahre lang war, verabschiedete. Rehners letzte Predigt in der Dreifaltigkeitskirche basierte auf jener Stelle des Matthäus-Evangeliums, in welcher Jesus über das Wasser des Sees Genezareth zum Boot seiner zunächst klein- und dann tiefgläubigen Jünger wandelt. In seiner Ansprache war viel von Vertrauen und Zuversicht die Rede.

Von der Suche nach der Wahrheit sprach der Kemptener Dekan Jörg Dittmar, bevor er Rehner von seinen Aufgaben in der Dreifaltigkeitskirche entband. Wahrheiten gebe es viele, meinte Dittmar. Das einzig Wahre aber laute: «Du bist der geliebte Mensch!» Die Worte Gottes mögen für Rehner durchaus eine besondere Bedeutung haben.

Eine Sonne aus Kerzen

Einen herzlichen Abschied bereiteten die Kindergottesdienst-Kinder: Stück für Stück setzten sie als Geschenk eine mit brennenden Kerzen geschmückte Sonne zusammen. Der Gottesdienst wurde musikalisch von Chor, Posaunenchor und Orgel gestaltet.

Oberbürgermeister Stefan Bosse erzählte in seinem Grußwort, er erinnere sich gerne an gemeinsame Auftritte, habe Rehner immer gerne zugehört und bewundere dessen «würdevolles Auftreten». Der katholische Jugendseelsorger Pater Joshi dankte Rehner für dessen Aktivitäten. Auch für den Vorsitzenden des Fördervereins der Dreifaltigkeitskirche, Heinz Simon, zeichnet sich eine große Lücke für die Gemeinde ab. Rehner habe still und leise eine ganze Menge getan. Günter Kamleitner, Vertrauensmann des Kirchenvorstands, gestand, man habe vor über elf Jahren einen Spezialisten für Seniorenarbeit gesucht. Mit Rehner habe man sowohl einen guten Senioren-, als auch einen sehr guten Jugendpfarrer gefunden. Und Gabi Schmidt, die Vorsitzende des Kinder- und Familienausschusses, schloss ihren Dank an Pfarrer Rehner damit, dass dieser ihren Arbeitsbereich immer «mit guten Ideen gefördert» habe. (kdt)

Verabschiedung in Kaufbeuren

Zahlreiche Mitglieder der Gemeinde kamen in die Dreifaltigkeitskirche, um sich von Pfarrer Martin Rehner (rechts) zu verabschieden. Foto: Klaus D. Treude

 

auch dabei waren
Paul und Erika Scherer (li.)

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Verabschiedung am 06.02.2011 in der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren
(Ein herzlicher Dank für untenstehende  Fotos an das Pfarramt Kaufbeuren)

 

Verabschiedung in Kaufbeuren

Verabschiedung in Kaufbeuren

Verabschiedung in Kaufbeuren

Verabschiedung in Kaufbeuren

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Kaufbeuren (Max Lebsanft) www.all-in.de

Der Glaube darf und soll sich verändern
Nach elf Jahren verlässt Pfarrer Martin Rehner die Dreifaltigkeitskirche -
Er vertritt ein liberales Christentum

Zu den prägendsten Erlebnissen in seinem Leben gehöre die Revolution von 1989, berichtet Martin Rehner. Der Sturz des Ceausescu-Regimes war für den deutschstämmigen Rumänen eine «Grunderfahrung von Befreiung»: «Aus dieser Erfahrung nehme ich die Zuversicht, dass Menschen Geschichte verändern können und dass es Sinn macht, sich für etwas Gutes einzusetzen», sagt der 42-Jährige.

Pfarrer Rehner

Foto: Mathias Wild

Das Gute - auch wenn Martin Rehner einen Beruf ausübt, der viel mit Ethik und Moral zu tun hat, erzählt er nur zurückhaltend von den philosophischen Grundlagen seiner Arbeit. Seit elf Jahren ist er für die Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche tätig. Als Pfarrer leitet er einen der drei Sprengel der 8000 Mitglieder starken, evangelischen Gemeinde. Im Frühjahr wird er eine kleine Pfarrei in Aufhausen im Dekanatsbezirk Nördlingen übernehmen. Wenn Rehner von seinem Beruf redet, klingt es oft so, als spräche er weniger von einer Berufung, sondern von einem ganz normalen Job: «Ich sehe es deutlich und wertfrei, dass die Kirche ein Anbieter unter vielen ist», sagt er. Pathos und Sendungsbewusstsein sind seine Sache nicht.

Seine Einstellung zur Religion war allerdings nicht immer so pragmatisch: Rehner, der im rumänischen Hermannstadt Theologie studierte, dessen Vater bereits Pfarrer war und dessen Familie zur deutschstämmigen Minderheit gehörte, war früher weit stärker von seinen Glaubensvorstellungen überzeugt. «Damals meinte ich, einiges viel genauer zu wissen», erinnert er sich.

Unsicherheit und Gewissheit

Heute gesteht er, dass er den Auftrag der Kirche in der modernen Gesellschaft nicht mehr bestimmen kann: «Ich weiß nicht, was wichtig an der Kirche sein sollte.

Ich denke aber, es wäre schon viel getan, wenn den Leuten die Chance gegeben wird, an einem gemeinsamen Ort zusammenzukommen und sich dort mit dem einzubringen, was ihnen wichtig ist.» Trotz dieser Unsicherheiten sieht Rehner seine religiöse Biografie nicht als Verlust an Gewissheit. «Der Glaube darf sich verändern, er soll sich sogar verändern. Es wäre schlimm, wenn ich noch immer mit meinem Gottesbild von vor 25 Jahren herumlaufen würde.»

Der Wunsch, als Pfarrer für eine Gemeinde verantwortlich zu sein, blieb jedoch bei allen Umbrüchen erhalten. Er habe das Ziel, Menschen ein Zuhause zu geben, in dem sie so sein können, wie sie wirklich sind, sagt er. Die Gemeinde soll ein Ort «ohne Zugangsvoraussetzungen» sein, an dem es genug Raum gibt, um die grundsätzlichen Fragen des Menschseins zu stellen.

Woher komme ich, wohin gehe ich? - für Rehner sind diese Fragen Ausdruck einer spirituellen Suche, die man in keiner Lebensphase verkümmern lassen sollte. Viel von dem Freiheitsbewusstsein, das er während der rumänischen Revolution erlebte, klingt in dem Ziel nach, dieser Suche eine Heimat zu geben.

Nachdem Rehner in Kaufbeuren für eine relativ große Gemeinde zuständig war, freut er sich auf das beschauliche Aufhausen. Dort wird er vom politischen Repräsentanten bis zum Seelsorger und Pädagogen alle Aufgaben ausüben, die der Beruf des Pfarrers bereithält. «Das kirchliche Leben ist dort noch ein selbstverständlicher Bestandteil des dörfischen Lebens», sagt er. In der Pfarrei hätten die religiösen Riten und Feiern für die Menschen noch eine persönliche Bedeutung.

Trotz seiner grundsätzlich freiheitlichen Einstellung, die jedem die Entscheidung überlässt, welchen spirituellen Weg er einschlagen möchte, lässt auch Rehner nicht kalt, dass die christliche Botschaft vielen heute als belangloses Gerede erscheint: «Es ist mir natürlich nicht egal, wenn die christlichen Riten den Leuten nichts mehr sagen.» Und dennoch: Er gehöre er nicht zu denen, die offensiv versuchen, «neue Räume zu erschließen» und ihre Mitmenschen zu bekehren. Stattdessen vertraut Rehner darauf, dass das religiöse Leben in den Pfarreien nicht verebbt: «Ich meine schon, dass oft - auch in der Außenwahrnehmung - unterschätzt wird, wie vielen Menschen die Kirche auch heute noch wichtig ist.»

 

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»Auch Wut im Bauch«

Oberbürgermeister und Pfarrer

Von MICHAELA FRISCH; Kaufbeuren – Im Rahmen eines Festgottesdienstes verabschiedete die evangelische Gemeinde der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche am vergangenen Sonntag Pfarrer Martin Rehner.

Der gebürtige Siebenbürger hatte sich in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde engagiert. Rehner wechselt in die schwäbische Gemeinde Aufhausen am Rand des Ries. Er freue sich auf seine neue Aufgabe und auf die neue Gemeinde, erklärte er bei einer Rede auf der Abschiedsfeier nach dem Gottesdienst. Zudem plane Pfarrer Rehner, die Zukunft in Aufhausen mit einer neuen Partnerin zu verbringen.

Eigentlich habe er keine öffentliche Verabschiedung gewollt, es sei nun aber doch anders gekommen.

 

Der Oberbürgermeister überreichte Pfarrer Martin Rehner als Erinnerung einen Bildband der Stadt. Foto: Frisch

Kritische Worte
Dass in den elf Jahren während Rehners Amt in Kaufbeuren anscheinend nicht immer alles glatt gelaufen ist, wurde während der Rede deutlich. Er danke allen ehemaligen Mitarbeitern für ihre Unterstützung.

„Es ist schön, dass viele hier mich nicht fallen lassen!“ Er habe aber auch „eine gehörige Portion Wut im Bauch, die eigentlich nicht an einen solchen Ort gehört!“ Abschließend merkte er an, es sei besser, vielleicht „weniger übereinander zu reden als lieber miteinander“. Näher wollte der Pfarrer darauf aber nicht eingehen.
Nicht immer leicht
Günter Kamleiter, Vertrauensmann der Dreifaltigkeitskirche, sagte dazu: „Im Boot dieser Gemeinde ist es nicht immer leicht“. Er danke Rehner für seinen vielfältigen Einsatz, erinnerte sich aber auch an „hitzige Debatten“ über Themen wie das Kinderabendmahl oder das Kaufbeurer Kriegerdenkmal. Gerne denke er an eine Gruppenfahrt nach Rehners Heimat in Rumänien mit Rehner zurück. „Diese Reise hat sicher dazu beigetragen, dass wir dich, lieber Martin, besser verstehen können“.
Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte in seiner Ansprache, man könne einen Kaufbeurer Pfarrer nach so vielen Jahren „nicht einfach gehen lassen“. Er habe die Predigten Rehners immer als sehr „würdevoll und passend“ erlebt. Als Erinnerung überreichte der Rathauschef Rehner einen Bildband über die Stadt Kaufbeuren.
Pfarrerkollege Thomas Kretschmar gab dem zu Verabschiedenden ein Ringbuch mit den Unterschriften der Gottesdienstteilnehmer und Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit mit auf den Weg.
Ganz weg, so Rehner, sei er ja noch nicht: „Auch aus Aufhausen werde ich sicher das eine oder andere aus Kaufbeuren per E-Mail beantworten oder erledigen können. Es können also alle beruhigt sein, die noch etwas von mir erwarten: es kommt!"

www.kreisbote.de 09.02.2011

 

Ausschnitt aus dem Gemeindebrief (März-April-Mai-Juni 2011)
der Dreifaltigkeitskircdhe Kaufbeuren:

Kaufbeuren - Danke an Pfarrer Martin Rehner

 

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Rückblick Pfarrer Huber

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