Jubiläum

 

1987 - 2007  - 20 Jahre Kirchenchor Unterringingen -
Festgottesdienst am 23.September 2007

Der 23. September 2007 ging für die Kirchengemeinde Unterringingen als ein denkwürdiger Tag in die Geschichte ein.

Mit einem festlichen musikalischen Gottesdienst feierte der Kirchenchor sein 20-jähriges Jubiläum  u n d:

Wir als Gemeinde konnten zum ersten mal seit Pfingsten wieder einen Gottesdienst in unserer, bis dahin zumindest innen, renovierten St.-Laurentius-Kirche abhalten können.

Das war uns Anlass genug, in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche zu feiern und Gott Dank zu sagen.

Wir freuten uns auch, dass unser früherer Pfarrer und Gründer des  Kirchenchores
Herr Pfarrer Reinhold Hertle an diesem Tag die Predigt übernahm.

 

Bericht  -  20 Jähriges Kirchenchorjubiläum

Zwei besondere Anlässe brachten die Evangelische Kirchengemeinde Unterringingen am vergangenen Wochenende zum Jubilieren. Zum einen feierte die Gemeinde das 20 – jährige Jubiläum des Kirchenchores. Zum anderen wurde dieser Festgottesdienst als erster Gottesdienst  seit Pfingstmontag in dem neu renovierten Kirchengebäude abgehalten. Dank des unermüdlichen Einsatzes der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer war das bedenklich baufällig gewordene Kirchengebäude erneuert worden mit dem Ziel den Festgottesdienst am 23.9. darin feiern zu können. In dem zum Teil neu gestalteten Gotteshaus erlebte die Gemeinde dann auch einen erhebenden Festgottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Walter Huber zum 20. Chorjubiläum.

Der Kirchenchor Unterringingen wurde im März 1987 von Reinhold Hertle, dem damaligen Ortspfarrer, gegründet, welchen er bis zum Wechsel seiner Pfarrrstelle nach Polsingen im August 2003 leitete. In seiner Festpredigt räumte Hertle ein dass dies nicht immer einfach war. Doch nach dem Motto „Os lont net luck“ – wir lassen nicht locker – habe er ebenso wie die Chormitglieder an den wöchentlichen Proben festgehalten.

Nach dem Weggang von Pfarrer Hertle und einer kurzen Chorpause übernahm der Orgelbaumeister Peter Eichert im Januar 2004 die Leitung des Chores. Durch die fundierte Ausbildung von Herrn Eichert in Chorgesang und seine Fähigkeit die Mitglieder des Chores für die Musik und den Gesang zu begeistern, erlebte der Chor einen Aufschwung, der sich auch in der gewachsenen Mitgliederzahl von 20 aktiven Sängerinnen und Sängern zeigt. Und der Chor kann sich wirklich sehen und vor allem hören lassen. Sein Hauptanliegen, die Freude an der Musik und dem gemeinsamen Singen, zu vermitteln war im Festgottesdienst deutlich zu spüren. Mit seinem erhebenden Zusammenklang erreichten die Sängerinnen und Sänger die Herzen der Gottesdienstbesucher.

So dankte der Donauwörther Dekanatskantor Hans-Georg Staff Herrn Eichert für seinen unermüdlichen Einsatz und würdigte seine große Begabung als Chorleiter. Ebenso galt sein Dank Herrn Pfarrer Hertle als Gründer des Chores. Mit Ehrenurkunden des Bayerischen Kirchenchorverbandes wurden die langjährigen Chormitglieder für 20, 15 oder 10 Jahre Treue zum Chor gewürdigt.

Den krönenden Abschluss gestaltete der Kirchenchor, begleitet von Herrn Stapff am Klavier und Ruth Förschner an der Querflöte, mit dem Lied „Geh in Gottes Frieden“.

R.E. –Rosemarie Eichert 24.09.2007

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

Festgottesdienst 20-jähriges Jubiläum Kirchenchor

die Geehrten

Predigt am 23.9.2007 in Unterringingen zum Kirchenchorjubiläum (20 J.) und zur Kirchenwiedereröffnung
(Pfarrer Hertle)

Liebe Gemeinde!

Einige Mitglieder des Kirchenchores erinnern sich vielleicht noch daran: Vor Jahren mühten wir uns in einer Chorprobe um die Töne. Plötzlich sagte eine Sängerin: “Os lont net luck.” Damals musste ich es mir noch ins Hochdeutsche übersetzen lassen: “Wir lassen nicht locker.” Nein, der Chor hat nicht locker gelassen, bis heute! Begonnen hat er mit ein und zwei Stimmen und mit Kanonsingen. Heute ist er vielstimmiger und viel sattelfester. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Er hat solange nicht lockergelassen, dass er heute mit der Gemeinde sein zwanzigjähriges Jubiläum feiern kann.

“Os lont net luck.” Wir lassen nicht locker: Das haben sich bestimmt auch die Mitglieder des Kirchenvorstandes mit Pfarrer Huber und verschiedene Gemeindeglieder gesagt. Eine große und teure Aufgabe stand vor ihnen. Ich kann mich noch erinnern, wie der Statiker da war, und ich weiß auch noch, wie hoch die Kostenschätzung war. Jetzt haben Gemeindeglieder, der Kirchenvorstand und Pfarrer Huber diesen Kraftakt gewagt. Das war nicht leicht. Aber man sieht das schöne Ergebnis. Der Hauptteil der geplanten Renovierung ist geschafft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wir lassen nicht locker: Diese Einstellung finde ich auch in unserem Psalm. Gott ist mein Ansprechpartner. Er hilft. Davon gehe ich nicht ab. Gott hat mehr Macht als die Könige dieser Welt. Gerade um die Schwachen und Armen kümmert er sich. Darauf verlässt sich, wer diesen Psalm mitspricht. Das gibt Mut. Das hilft, nicht locker zu lassen.

Nein, wir lassen nicht locker. Wir lassen nicht locker im Üben. Vielleicht meinen Sie/meint ihr: Üben soll der Kirchenchor, auch der Posaunenchor. Die wissen natürlich, was Üben ist. Die Stimme trainieren, die Melodie einüben, bis man das ganze Stück beherrscht. Aber nein! Zum Üben möchte ich alle hier einladen. Denn zum Christsein gehört auch: üben und nicht locker lassen. Immer wieder neu damit anfangen. Ich weiß: Das Wort “Üben” reißt einen nicht unbedingt vom Hocker. Manche denken an Anstrengung, andere an etwas Langweiliges.

Warum denken nicht alle an Freude? Sänger/innen wissen doch, wie viel Spaß es macht, wenn das Stück gelingt, wenn es von Mal zu Mal besser und wohlklingender wird. Üben kann Freude machen; und bis zu einem gewissen Grad kann man auch Freude üben. Darum geht es hier: „Die Gerechten freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.“ Fröhlich vor Gott sein: Was kann man da üben? Es sind Menschen, die sich vor Gott hinstellen. Sie stellen sich Gott vor: Schau, da bin ich mit dem, was ich kann; und da bin ich mit meiner Armut. Da bin ich mit meinen Sorgen, und da bin ich mit meiner Hoffnung.

Sie stellen sich Gott vor, wie er ist: Er mächtig. Aber er ist auch fürsorglich. Er hat sich um die unterdrückten Israeliten in Ägypten gekümmert und sie herausgeführt. Er kümmert sich um Witwen und Waisen, um Einsame und Gefangene. Er hilft den Gebeutelten dieser Welt: den Arbeitslosen, die noch keine Aussicht auf eine Stelle haben; den Überschuldeten, die nicht wissen, wie es weitergehen soll; den Kranken, die nicht nach drei Tagen schon wieder fit sind. Die können sagen: Os lont net luck. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Da ist einer, der findet sich nicht damit ab. Er kann uns beistehen. Darum loben wir ihn. Wir üben uns in der Freude vor Gott und an Gott.

„Gelobt sei der HERR täglich“, heißt es im Psalm. Wer etwas täglich tut, der lässt nicht locker, der bleibt in Übung. Auch das Lob Gottes kann man üben. Ich gebe zu: Wenn man in der Arbeit oder auf der Straße ein geistliches Lied trällert, da kann es schon sein, dass andere einen komisch angucken. Aber wir vergessen es oft schon im stillen Kämmerlein! Dabei täte alltägliche Übung gut: nicht locker lassen. Der Alltag kommt uns manchmal so grau vor. Ich frage mich: Machen wir ihn nicht manchmal grauer, als er sein müsste? Könnten wir nicht ein paar Farbtupfer in ihn hineinbringen? In diese Kirche sind ja auch ein paar Farbtupfer zusätzlich hineingekommen: Die Wand ist nicht mehr altweiß, sondern wärmer, gelblich getönt. Um den Chorbogen zieht sich ein rötliches Farbband. Wir könnten auch unseren Alltag farbiger machen: mit einem „Danke für diesen guten Morgen“, mit einem „Lobe den Herren“ oder einem neuen Lied. Wir könnten unseren Alltag farbiger machen, wenn wir uns vorstellen: Gott ist da. Vor ihm kann ich mich freuen. Er zieht den grauen Schleier weg. Er kümmert sich um meine Sorgen und Nöte.

Und wenn es mit dem täglichen Lob nicht klappt: Dann gibt es noch die Chöre. Es ist schon mal ein guter Anfang, alle zwei Wochen oder jede Woche mitzusingen oder mitzuspielen. Dann können wir wenigstens im regelmäßigen Abstand üben, wie das ist: Gott zu loben. Wir lassen nicht locker im Üben. Wir lassen auch nicht locker im Loben. So erkennen wir: Glaube ist keine traurige Angelegenheit. Er bringt Freude.

Ich nehme es niemand übel, wenn er ein “Aber” bringt: “Natürlich ist die Kirche jetzt gerichtet, die Risse sind zu und die Wand ist farbiger geworden, aber vergessen wir nicht, wie viel Mühe das gekostet hat! Wie viel Arbeitsstunden haben wir da hineingehängt, wie viel Geld kostet das alles!” Und jemand sagt vielleicht: “Freude in den Alltag bringen, das klingt ja schön; aber mir fehlt die Zeit und die Kraft dafür! Wie soll ich das schaffen?” Ich kann das schon verstehen. Nach den Baumaßnahmen, die es in Unterringingen die letzten zwanzig Jahre schon gegeben hatte, war diese Renovierung ein besonderer Kraftakt. Und der graue Alltag zeichnet sich ja dadurch aus, dass er uns die Luft zum tiefer Atmen raubt. Oft genug nimmt er uns die Zeit weg. Dann denken wir nicht mal mehr an die Farbtupfer, an das Lob Gottes.

Unser Psalm legt noch ein „Aber“ dazu, und gleich darauf räumt er es weg. „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Mancher Bauschutt ist bei der Renovierung entstanden. Gerüste wurden aufgestellt. Der Schutt ist aufgeräumt, das Gerüst abgebaut. „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Gott ist nicht immer sanft zu uns. Er lädt uns schwere Steine auf und engt uns ein wie mit einem Gerüst. Aber er baut es auch wieder ab. Das ist das zweite „Aber“. Es hebt das andere „Aber“ auf. Wir sind in eine Schuldenfalle getrieben worden. Wir haben nicht viel zu bieten und nicht viel zu sagen. Das hat auch mit Gott zu tun. Gott kann seine Hand hart auf uns legen. Aber er hilft uns auch. Und das zählt am Ende. Das ist das Ergebnis: Gott hat uns geholfen.

Heute fällt es leicht, auf das Ergebnis zu schauen: Ein soliderer Dachstuhl, eine festere Wand ohne Risse, eine saubere Decke. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, dass uns etwas auf den Kopf fällt. Und so ist auch mit dem Chor: Ohne Zutrauen, ohne Hoffnung, dass es schon noch wird, hätte er sich gleich nach der ersten Probe auflösen können. Und jetzt können wir das Ergebnis hören, hoffentlich noch oft und lange. Darum lassen wir nicht locker: Im Üben, im Loben, auch im Zutrauen zu Gott. Es lohnt sich, auf das Ergebnis zu warten und auf das Ergebnis hin zu leben. Daraufhin, dass es mit Gottes Hilfe schon klappen wird. Es lohnt sich, nicht locker zu lassen, Geduld zu haben, auf ihn zu vertrauen.

Wenn wir das Ergebnis sehen, dann denken wir über das, was vorher war, besser, heller, positiver. Das gilt auch für diese Kirche und Gemeinde. Diese Kirche ist ein Wert, und nicht nur, weil wir viele, viele € hineingesteckt haben. Sie ist uns aus dem Mittelalter überkommen, und auch noch in vielen Jahren soll sie dastehen. Menschen sollen sich hier im christlichen Glauben versammeln. Sie soll das Wahrzeichen des Dorfes bleiben. Dabei können wir auch Durststrecken überstehen. Gott legt uns nicht nur eine Last auf. Er hilft uns auch. Und das sehen wir besonders an Jesus Christus, der am Kreuz schwere Last getragen hat und durch den Gott uns hilft. Er ist die Mitte der Gemeinde. Und darum ist unsere Gemeinde kein schwacher Haufen, der sich mit der Zeit verläuft. Wir kommen zusammen und stehen zusammen im Glauben und im Handeln. Wir halten etwas auf sie. Ja, wir sind ein wenig stolz auf sie.

Os lont net luck: Vor vielen, vielen Jahren hat ein Unterringinger Pfarrer das nicht glauben können. Er hat in der Pfarrbeschreibung vermerkt, dass es nicht möglich sei, in Unterringingen einen Kirchenchor zu gründen, weil die Leute zwar das erste Mal neugierig kämen, aber dann wegblieben. Vielleicht hat er selber diese Erfahrung gemacht. Ich habe eine andere gemacht: Ihr habt nicht lockergelassen. Möge Gott uns schenken, dass wir auch in Zukunft nicht loslassen im Üben, im Loben, im Zutrauen zu Gott und in der Wertschätzung unserer Kirche und Gemeinde! Amen. Predigtlied: 303,1+3+5+6

 

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft durch
Dekanatskantor Popularmusik Augsburg, Gemeindekantor und Dekanatskantor Donauwörth Hans-Georg Stapff


Erna Ferner


Gertraud Hahn


Friedrich Hahn


Rosa Wagner


Hilde Scherer


Gertraud Deiner


Jörg-Reiner-Mayer-Karstadt


 Ella Pfister


Luise Deuter


Herta Scherer


Marianne Wolfinger


Petra Feldmeier-Reichenbacher